Der vorliegende Beitrag untersucht den systematischen Einsatz von Sprachmanipulation, Fake News und Desinformation durch den russischen Staatsapparat im Kontext der militärischen Aggression gegen die Ukraine. Auf der Grundlage eines interdisziplinären Ansatzes aus Politolinguistik und politischer Kommunikationsforschung zeigt die Studie, wie Vertreter staatlicher Institutionen, darunter auch Persönlichkeiten wie Patriarch Kyrill, aktiv an einer epistemologisch verzerrten Darstellung der sozial-politischen Realität mitwirken, die integraler Bestandteil des ideologischen Deutungsmusters des Kremls ist. Die Analyse verdeutlicht die vielfältigen Funktionen dieser Narrative: Erzeugung innenpolitischer Akzeptanz für militärische Maßnahmen, Stabilisierung gesellschaftlicher Kohärenz im Sinne der herrschenden Ideologie sowie Verschiebung der Deutungshoheit über den Konflikt auf internationaler Ebene und Unterminierung der Geschlossenheit westlicher Unterstützungsbündnisse gegenüber der Ukraine. Die Ergebnisse heben die Rolle koordinierter und staatlich gesteuerter Desinformationskampagnen als zentralen Bestandteil moderner hybrider Kriegsführung hervor und zeigen deren Einfluss auf die öffentliche Meinung sowie auf die Dynamik der internationalen Politik.