Die Kirche, gemäß dem Aufruf Jesu aus der Bergpredigt: „Selig sind die Friedensstifter“ (Mt 5,9), predigt von Anfang an die Botschaft des Friedens und der Versöhnung und ergreift Maßnahmen für den Frieden. In den Botschaften der letzten Päpste an den Weltfriedenstagen wird betont, dass Frieden ein Geschenk Gottes und gleichzeitig eine Aufgabe ist. Ein wichtiger Beitrag zur Erfüllung dieser Aufgabe kann auf die Wohltätigkeitsarbeit der Kirche zurückzuführen sein, insbesondere in Gebieten, die von Krieg oder sozialen Konflikten heimgesucht werden. Der Zweck dieses Artikels besteht darin, Argumente für die Glaubwürdigkeit der Kirche zu schaffen, die ihre Sorge um die Verwirklichung der Botschaft des Friedens mit karitativem Engagement verbindet. Diese besondere Forschungsaufgabe wird am Beispiel einer Analyse der Wohltätigkeitsarbeit der Oppelner Kirche im Dienste des Friedens und der Versöhnung realisiert. Der Autor sucht nach einer Antwort auf die Frage, wann die wohltätige Hilfe der Kirche für die Opfer des Krieges ein Beitrag zum Aufbau von Frieden und Versöhnung ist und gleichzeitig ein Zeichen der Glaubwürdigkeit der Kirche sein kann. Im Verlauf der Analysen werden zunächst die theologischen Grundlagen für die Sorge der Kirche um Frieden und Versöhnung dargestellt (1); dann werden die spezifischen Formen der Caritas-Hilfe der Diözese Oppeln für die Opfer des Ukraine-Krieges präsentiert (2); im letzten Teil des Artikels wird die karitative Beteiligung der Oppelner Kirche in Hinsicht auf die Schaffung einer fundamentaltheologischen Argumentation für ihre Glaubwürdigkeit analysiert (3).